Das Projekt TIHAMWE

Die gebürtige Tansanierin und Kinderbetreuerin LIZ (Elizabeth) KERKMANN hat TIHAMWE ins Leben gerufen – ein Projekt, das Kindern in ihrem Herkunftsland TANSANIA eine initiale Bildung ermöglichen will.

In der Region Tanga in Tansania ist es für Kinder nicht selbstverständlich einen Kindergarten oder eine Schule zu besuchen. Durch den Aufbau eines Daycare Centres im Ort Muheza kann vor allem den benachteiligten oder vernachlässigten Kindern Zugang zu Bildung geschaffen werden.

TIHAMWE Daycare Centre ist ein direktfinanziertes privates Entwicklungshilfe-Projekt ohne dazwischengeschaltete Organisation. Ein Verein auf österreichischer Seite wurde mit erstem Januar 2020 gegründet – TIHAMWE, Kindern in Tansania Zukunft ermöglichen e.V..
Auf tansanischer Seite verfügt TIHAMWE derzeit über eine vorläufige Betriebserlaubnis, d.h. der behördliche Registrierungsprozess ist eingeleitet worden, und entsprechende Auflagen sind im Weiteren zu erfüllen. Aufgrund der gestiegenen Kinderzahl ist die Toilettenanlage unlängst um zwei Gebäude erweitert worden. Mit der Anstellung einer Küchenhilfe ist das Servieren einer täglich gereichten warmen Mahlzeit gewährleistet. Somit – Stand August 2021 – bleibt als Auflage nur mehr die Umgrenzung (Mauer) um das Kindergartenareal, welche heuer noch errichtet werden soll.

Die erforderlichen Bauanträge sind eingereicht worden und eine ordnungsgemäße Baugenehmigung für den ersten Gruppenraum (40m²) wurde bei Baubeginn im März 2018 ausgestellt. Die weiters errichteten Gebäude sind mit dieser Genehmigung ebenfalls abgedeckt.

NB: Von der Herkunft her ist das Wort „TIHAMWE“ der Stammessprache der Sambaa entnommen, die in dem Gebiet der Usambara-Berge ansässig sind. Sinngemäß übersetzt heißt es: „wir stehen zusammen“, „gemeinsam schaffen wir es“.

Projekt-Situation

Konkret ist das TIHAMWE Projekt zunächst mit Eigenmitteln des Ehepaars Kerkmann im Winter 2017/2018 gestartet worden. Die bauliche Errichtung des ersten Kindergartenraums mit angrenzenden Toiletten und Dusche wurde mit Oktober 2018 abgeschlossen; inklusive einer entsprechenden Möblierung. Die Inbetriebnahme erfolgte im gleichen Monat. Die Zeitleiste kann angeklickt werden, um sich über alle weiteren Entwicklungsschritte des Projekts zu informieren.

Der Kindergärtner Ernest, Michael (Direktor) & seine Frau Stella (Betreuerin) , Betreuerin Herieth und Pädagogin Frieda werden momentan teils aus den wenigen Einnahmen (Beitrag der Eltern der Kindergartenkinder) und teils aus Spenden (von Österreich kommend) bezahlt.

Mit dem Kindergartenjahr 2019 (Beginn: Januar 2019) hat die Nachfrage nach einem Kindergartenplatz bei TIHAMWE stark zugenommen. Mittels des zweiten Kindergartenraums (Inbetriebnahme Januar 2021) konnte die Kapazität zwar erweitert werden, doch zeichnet sich auch jetzt bereits ab, dass der Bedarf größer bleiben wird als das Angebot.

Information zum Leben in Muheza, Tansania

MUHEZA

Muheza liegt am Fuß der Mount Usambara Berge, 40km landeinwärts von der Küstenstadt Tanga, gelegen am indischen Ozean, nicht weit von der kenianischen Grenze. Der Bezirk hat rund 200-tausend Einwohner, und bildet eine Brücke zwischen der Hafenstadt Tanga und dem Hinterland, was fast ausschließlich landwitschaftlich geprägt ist. Neben einem intensiv betriebenem Orangenanbau hat sich z.B. der Schwarztee von den Teeplantagen in Amani einen Namen gemacht.

Der Index für menschliche Entwicklung der Vereinten Nationen ist für Tansania mit 0,53 als niedrig einzustufen. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf liegt bei 800€/a (in Österreich sind es 47tsd.€/a). In den Küstenregionen ist das Klima tropisch-heiß und unter Einfluss des Monsuns (Regenzeiten ist von April bis Juni, und von Oktober bis Anfang Dezember).

Die medizinische Versorgung des Landes zeigt eine ungleiche Verteilung der eingesetzten Mittel, worunter v.a. der ländliche Raum leidet.

Das tansanische Bildungssystem stellt sich als reformbedürftig dar. Der Zugang zu den Bildungswegen ist sehr ungleich verteilt; die Qualität der Bildungseinrichtungen eher dürftig. Die Hauptprobleme machen sich v.a. fest am Desinteresse der Eltern, Bildung ihren eigenen Kindern zu ermöglichen, und im Bereich der Kindergärten besteht ein Mangel an qualifizierten Lehrkräften bzw. Pädagogen. Zudem fehlen entsprechende Standards, mit deren Hilfe z.B. die Schulreife eines 6-jährigen Kindes objektiv beurteilt werden könnte.