Mittagessen wird eingeführt
Die Kuhglocke läutet
Heuer lasse ich die Reisedetails beiseite und komme direkt zum Thema.
Hurra, endlich Mittagessen, und zwei Stunden mehr im Kiga.
Im Juli, kurz vor meiner Ankunft in Muheza (Ende Juli ʹ25), war es soweit: Nach langer Überlegung konnte der lang gehegte Wunsch umgesetzt werden, den Tihamwe Kindern ein Mittagessen bereit zu stellen. Es waren vor allem die Eltern, die sich in dieser Weise auf den Elternabenden geäußert hatten. Das ist verständlich und Tihamwe tat gut daran, das aufzugreifen. Denn oft ist es so, dass das mit dem Essen daheim, sprich: eine ausgewogene Ernährung, gar nicht so selbstverständlich ist.Die Planungen für die Essensausgabe hatten eigentlich schon ca. ein halbes Jahr vorher begonnen, v. a. was die Kommunikation mit den Eltern betrifft, um sie mit ins Boot zu holen und so ihr Engagement zu fördern.
Das Einrichten einer vollständigen Mahlzeit gab den Anstoß dafür, den Betrieb des Kindergartens allgemein zu verlängern. Nach wenigen Tagen des Testens wurde entschieden, bei der Kiga-Zeit zwei Stunden dran zu hängen.
Der Morgenbrei wird dabei aber nicht ausgelassen, sondern wird, wie zuvor auch, zubereitet und den Kindern serviert.
Gegen 12:30h erschallt also nun täglich die Kuhglocke – eine Glocke, die ich im Jahr zuvor vom Grazer St. Leonhard Kindergarten geschenkt bekommen und mitgebracht hatte –, und die Kinder wissen genau, was das bedeutet. Sie springen voller Freude und singen laut und vergnügt: Mittagessen, Mittagessen…! Schnell rennen sie zum Wasserhahn, waschen sich geschwind die Hände, eilen zu den ausgebreiteten Bastmatten, die dafür schon hergerichtet sind, und setzen sich nieder. Zusammen mit den Pädagoginnen sprechen sie ein Gebet, in der Erwartung, nun einen Teller mit Essen gereicht zu bekommen.
Wieviel Dankbarkeit ist auf ihren Gesichtern zu sehen, wenn die Teller dann ausgeteilt werden und sich darauf eine warme Mahlzeit befindet. Wie kann es anders sein: Natürlich gibt es Kids, die extra schnell essen, um sich einen Nachschlag zu holen. Andere essen langsamer, was von den Pädagoginnen berücksichtigt wird. Es ist schön zu beobachten, wie sich die Kinder freuen und das Essen genießen. Neben Reis oder Ugali als den Hauptkomponenten, werden zum Beispiel dazu Bohnen gereicht, ab und zu ist beim Essen Fleisch oder Dagaa (gebratene Sardinen) dabei, aber immer und auf jeden Fall Gemüse aus unserem hauseigenen Garten. Unterm Strich schauen wir immer, dass das Essen ausgewogen ist, denn es geht nicht darum, einfach nur die Bäuche der Kinder zu füllen.
Der lokale Markt in Muheza ist unser Einkaufsladen (beliefert vom Vorland der Usambara-Berge). Dort kaufen wir die Lebensmittel, wie eben den Reis, die Bohnen, das Fleisch, den Mais bzw. Maismehl usw. Die Marktpreise schwanken teils erheblich, worauf wir keinen Einfluss haben und was nicht immer leicht einzukalkulieren ist, v. a. weil schon im Voraus die Essensbeiträge von den Eltern eingesammelt werden. Die Rechnung geht nicht immer auf, und in jüngster Vergangenheit kam es zudem zu Versorgungsengpässen aufgrund landesweiter Ausschreitungen, was auch die Preise in die Höhe schnellen ließ. Neben dem Elternbeitrag ist aber grundsätzlich auch immer ein Anteil dabei, der von Tihamwe Österreich beigesteuert wird. Es ist gut, im Hintergrund eine Stütze zu haben und Tihamwe ist für jede Unterstützung dankbar.
Der Tihamwe Kindergarten ist nun überall in Muheza bekannt. Bald ist die Jahresabschlussfeier (graduation) und wir dürfen wieder einige Kinder in ihren weiteren Lebensweg entlassen. Wir sind gespannt, wer dieses Jahr der „guest of honor“ sein wird.
Liebe Grüße, Liz





Da auch sie einen Tansaniaurlaub mit ihrer Familie gebucht hatte, war das problemlos möglich, denn das nötige Koffervolumen war gegeben. Treffpunkt war Kilimanjaro Airport, wo Michael, mein Bruder, Waltraud traf und die Sachen direkt in Empfang nahm. Kinder-Fußballtore hatte Tihamwe erst wenige Tage zuvor herrichten lassen. Unglaublich zu sehen, wie die Kinder sich dann aber voller Freude und Aufregung ins Spiel stürzten. Noch jetzt, wann immer der wöchentliche (freitags) Sporttag kommt, ist die Option Fußball immer ganz oben auf der Wunschliste, egal ob Mädchen oder Buben. Kurze Ergänzung: Ein weiteres Outdoor-Spiel, nämlich eine Rutsche (zwei Rutschen nebeneinander), ist jetzt (Oktober 2024) ebenfalls installiert (siehe „Fotos“).
icky mehrere Wochen mit dieser Arbeit beschäftigt ist; wir sprechen hier von ca. 300 Taschen. Deshalb mussten meine Schwester und ich direkt zu Beginn die nötigen Einkäufe auf den lokalen Märkten machen, sodass sie mit dem Nähen gleich durchstarten konnte.Inzwischen habe ich in Muheza da so meine Geschäft, die ich dafür immer ansteuere. Eigentlich ist das Angebot von Waren in Muehza sehr vielfältig, weil Muheza eine Art Zwischenstation darstellt, die die Küste (Tanga) mit dem Hinterland (Usambara Berge) verbindet.



















